Internationale Ebay-Verkäufer und ihr Verhalten bei Reklamationen

Verkäufer müssen verkaufen. Dafür hat man als Käufer Verständnis. Aber was einem Ebay-Mitglied passiert ist, das grenzt schon sehr stark an Betrug.

201503_hamburgWas war geschehen?

Ein Sammler kauft bei einem US-Verkäufer zwei teure Altdeutschlandbriefmarken. Einmal Lübeck Nr. 1 oder 6 und einmal Hamburg Nr. 18. Der Katalogwert der Marken liegt bei je 2.000 Euro.

Als gewitzter Sammler kennt er natürlich die Fälschungsgefahr, die durch Falschstempel droht. Schliesslich sind ungebrauchte Marken der genannten Stücke für den sprichtwörtlichen "Appel und Ei" zu haben. Er sendet beide Marken zu den jeweiligen BPP-Prüfern. Es kommt, wie es kommen muss – die Stempel sind entweder nicht prüfbar oder falsch und werden entsprechend signiert.

Der Käufer setzt sich daraufhin mit dem Ebay-Anbieter in Verbindung und sendet im die Marken zurück. Der Anbieter "momen" versprach, ihm den Kaufpreis (nicht die Prüfkosten!) zu erstatten. Das Ende vom Lied – der Käufer bleibt auf seinen Prüfkosten sitzen. Eine Kaufpreiserstattung fand bis heute nicht statt.

Viel schlimmer – obwohl der Verkäufer wusste, dass die Briefmarken nicht "gut" sind, hat er sie mittlerweile wieder bei Ebay verkauft. Ohne Hinweis auf die Stempelfälschung bzw. den nicht prüfbaren Stempel…

Verkäufer müssen verkaufen. Ich frage mich aber, ob diese Kaltblütigkeit wirklich sein muss.