Fälschung oder Original?

An einigen ausgewählten, allseites bekannten Beispielen, soll aufgezeigt werden, dass es auch heute noch Pretiosen der Philatelie gibt, die nicht nur früher, sondern auch in der Gegenwart strittig sind. Dazu zählen die hier beschriebenen Beispiele.

Absicht ist es also in erster Linie aufzuzeigen, dass es auch in dr Philatelue ungelöste Fragen, widersrüchliche Antworten, allerdings auch erkenntnisfortschritte gibt, Insofern ist kein Prüfgutachten, keine Expertise und keine Signatur Hinweis oder gar Legitimation des ewig Gültigen, sondern immer nur Bestätigung des vorläufigen "Jetztzustandes". Sammler tun gut daran, Prüfgutachten als das zu sehen, was sie sind: eine Tagesaussage mit Verfallsdatum!

Dies gilt es auch in der Praxis zu beachten, bei Objekten, die weit ab von dieser Bekanntheit und Seltenheit der hier behandelten Stücke einzuordnen sind. Auch eine Brieffrankatur aus der Zeit des Dritten Reiches, vielleicht mit einer seltenen Mehrfachfrankatur und aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges stammend, die heute als echt angesehen werden – und ein entsprechendes Attest erhält – kann schon morgen oder in ein paar Jahren anders eingestuft werden, – sofern neuere Forschungsergebnisse dies nahe legen.

Die blaue Mauritius der Reichspost: eine manipulierte Rarität?

Die Legende der angeblichen Mauritius-Fehldrucke, also der ersten beiden blaue_Mauritiusam 21. September 1847 in den Wertstufen 1p rot und 2p blau herausgegeben Marken der britischen Kolonie Mauritius, einer Insel im Indischen Ozean, ist bekannt.

Bis heute gibt es aber Gerüchte und zuweilen gar in der Literatur belegte Ausführungen, der 2p-Brief dieser Rarität, den heute die Museumsstiftung für Post und Telekomunikation besitzt und der im früheren Reichspostmuseum in Berlin ausgestellt ist, sei eine manipulierte Fälschung. Gerade der frühere Postgeschichtler Ernst M. Cohn tat sich mit solchen Behauptungen hervor.

Fälschung oder Rarität? Machen Sie sich selbst ein Bild und lesen Sie in der herunterzuladenden pdf-Datei, was Realität ist.

Die blaue Mauritius der Reichspost: eine manipulierte Rarität?

British Guiana 1c, 1856: Weltrarität oder Fälschung?

Die Geschichte dieser Marke, die als Unikat seit 1878 in der Sammlung Philipp Ferraris war, ist bekannt und wurde auch in der deutschsprachigen Literatur schon ausführlich vorgestellt. Das Provisorium verdankt sein Entstehen einem Markenmangel, einer nicht in Guiana rechtzeitig eingehenden Lieferung der bei der Londoner Druckerei Waterlow & Sons bestellten Briefmarken. So wurde auf einheimische Kräfte kurzerhand zurückgegriffen, Joseph Baum und William Dallas, die damals die Lokalzeitung „Gazette“ herausgaben und die nun die dringend benötigten 4c-Marken druckten, angeblich auch – natürlich versehentlich – 1c-Marken.

Seit dem 19. Jahrhundert ist ein Exemplar bekannt, vor rund 15 Jahren tauchte ein zweites auf. Was es damit auf sich hat, ob eines oder gar beide eine Fälschung sind: die herunterladbare pdf-Datei informiert über den heutigen Kenntnisstand und zeigt auch dabei auf, dass Geschichten manchmal so schön sind, dass sie fast wahr sein könnten.

British Guiana 1c, 1856: Weltrarität oder Fälschung?

Drei-Skilling-Banco-Farbfehldruck: Nur eine Manipulation?

Eigentlich hat diese Marke ja alles, was sie braucht: einen einwandfreien, lange zurückreichenden Stammbaum, zahllose Gutachten namhafter Experten und eine unterhaltsame Geschichte, die – wie so häufig – mit einem jungen Schüler beginnt, dem ein von ihm unerkanntes Glück zu winken schien. Und dennoch: bis in die jüngste Vergangenheit sind die Gerüchte um diesen Farbfehldruck, der – es handelt sich bislang um ein Einzelexemplar – als teuerste Marke der Welt gilt, nie verstummt. Nicht jeder will glauben, was teure Hochglanzbroschüren und vollmundige Erklärungen nahe legen; die Skepsis gegenüber Rang und Namen ist wohl grundsätzlicher Natur.

Nun ist das ja auch mit sog. Farbfehldrucken so eine Sache. Es wird noch an anderer Stelle zu lesen sein, wie leicht sich diese, selbst auf quasi-natürlichem Wege, herstellen lassen. Bevor es also zu einer Anerkennung durch Prüfer kommt, bedarf es eine Reihe von „Hürden“ – in Form selbst neuester physikalischer Prüfungsmethoden – zu bestehen.

Die Geschichte der Marke mit ihrer Entwicklung bis in die jüngste Zeit schildert die herunterladbare pdf-Datei. Es ist und bleibt eine spannende Geschichte.

Drei-Skilling-Banco-Farbfehldruck: Nur eine Manipulation?

Fragwürdiger Baden-Fehldruck

badenDa staunte Carl Lindenberg nicht schlecht, als ihm ein Sammler im Januar 1894 einen Briefausschnitt mit einer 9kr-Marke Badens vorlegte! Denn die Marke war statt auf dem üblichen, ihm natürlich bestens bekannten altlilarosafarbenen Papier der normalen 9kr-Marken auf dem blaugrünen Papier der 6 kr-Marke von 1851 gedruckt. Das hatte er noch nicht gesehen in all seiner Zeit als Sammler, und er konnte wohl stolz von sich behaupten, nahezu alles gesehen zu haben, was es gab. Seine Sammlung altdeutscher Staaten zählte mit zu den besten und vollständigsten, gleich ob es sich um Marken oder Ganzsachen handelte.

Lindenberg blieb skeptisch, zu sehr hatte er – gerade in den letzten Jahren – erleben müssen, dass Fälschungen, meisterlich hergestellt, selbst erfahrene Philatelisten zu täuschen verstanden. Zumal dann, wenn sie mit Originalklischees auf ursprünglichem Papier gedruckt waren. Er hatte den „Fall Fouré“ nicht vergessen, der gerade ein Jahr zuvor von ihm und Dr. Franz Kalckhoff aufgedeckt worden war; ein Schwindel par excellence, bei dem Fouré selbst Prüfer und Experten jahrelang an der Nase herumgeführt hatte.

Ist also Deutschlands „Paradestück“, der Baden-Fehldruck, nur eine Fälschung? Lesen Sie es nach in der herunterladbaren pdf-Datei – besser bevor Sie in die Verlegenheit kommen, ein oder gar zwei Millionen Euro für solch ein Stück auszugeben. Denn die Wahrheit zu kennen, bedeutet das Richtige zu tun (sofern man kann).

Fragwürdiger Baden-Fehldruck

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