Philatelistisches Lexikon (Auswahl)

Auf dieser Seite werden eine Auswahl wichtiger Begriffe erläutert, die jedem Sammler bekannt sein sollten. Diese Zusammenstellung kann kein "Lexikon der Philatelie" ersetzen. Im Buchhandel sind solche umfangreichen Werke (z. B. Wolfram Grallert, Lexikon der Philatelie) erhältlich.

Abart: von der vorgesehenen Ausführung abweichende Briefmarke, die sich durch besondere Merkmale von der Mehrzahl der Marken eines Bogens bzw. der Gesamtauflage unterscheidet, ohne jedoch ausgesprochen fehlerhaft zu sein.

Abklatsch: Spiegelverkehrtes Markenbild oder Teil desselben auf Markenrückseite. Entsteht durch Leerlauf der Druckmaschine; dabei wird Farbe auf die Druckwalze gebracht und von dieser auf die Rückseite des folgenden Druckbogens gedruckt.

Absenderfreistempel: von Absenderdreistempler ausgeführter Freistempel, dessen Abdruck sich aus Tagesstempel, Absenderangabe (oder Werbetext) ggf. laufender Nummer und Wertstempel mit Gebührenangabe zusammensetzt.

Abstempelung: Anbringen eines Stempelabdrucks, z.B. Poststempel auf Postwertzeichen, Formblätter, Empfangsbescheinigungen

Aerogramm: international übliche Bezeichnung für Luftpostleichtbrief

Allgemeiner Postwertzeichen-Händler-Verband (APHV): Bundesverband des Deutschen Briefmarkenhandels

Altbrief: Brief aus der Zeit vor dem Erscheinen der ersten Postwertzeichen

Altdeutschland: Marken der deutschen Postgebiete vor Gründung des Deutschen Reiches 1871.

AM-Post: Abkürzung für Allied Military Post(age); Teil der Inschrift in Freimarken der westlichen Alliierten für die von ihnen 1945 besetzten Gebiete Deutschland.

Ankunftsstempel: Poststempelabdruck zur Feststellung des Zeitpunkts des Eingangs einer Postsendung beim Zustellpostamt

Antwortkarte: Postkarte mit anhängender Karte für die Rückantwort

Anzeigenganzsache: mit kommerzieller Werbung bedruckte Ganzsache

Aptierter Stempel: veränderter Poststempel durch Herausnehmen, Abschneiden, Ausgießen oder Umstellung von Stempelteilen

ATM: Abkürzung für Automatenmarken

Attest: bei besonders seltenen philatelistischen Stücken vom Prüfer ausgestelltes Zeugnis, in dem das Ergebnis der Prüfung im einzelnen aufgeführt wird

Aufdruck: Nachträglicher Aufdruck auf eine Marke, wodurch z.B. der Landesname oder die Wertangabe geändert wird.

Auflage: In einem Druckgang gedruckte Gesamtmenge einer bestimmten Marke.

Automatenmarken (ATM): Postwertzeichen, die in einem Wertzeichendrucker direkt gedruckt werden und in der Regel dann dem Postkunden zur Verfügung stehen.


Bahnpost: Postdienststelle in Zügen, meist in besonderen Bahnpostwagen zur Beförderung und Umarbeitung von Postsendungen während der Fahrt und zum Ladungsaustausch mit anderen Bahnposten sowie an der Strecke liegenden Postämtern.

Ballonpost: Postbeförderung mittels Freiballon, z.B. 1870/71 zur Postbeförderung aus dem von preußischen Truppen eingeschlossenen Paris (par ballon monté)

Barcode-Label: Klebezettel der Deutschen Post AG für Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Eilsendungen, enthält mit Strichcode verschlüsselte Angaben

Barfreimachung: am Schalter bzw. durch Verrechnung mit der Post vorgenommene Bezahlung der Postgebühren eingelieferter Sendungen, die nicht mit Postwertzeichen freigemacht wurden

Bautensatz: Dauerfreimarkensatz der Brit.-Amerikanischen Zone 1948/49 mit über 300 katalogisierten Abarten und Typen

BDPh: Abkürzung für Bund Deutscher Philatelisten e.V.

Bedarfsbrief: Normaler von der Post beförderter Brief. Gegensatz: siehe Sammlerbrief.

Befund: vom Prüfer ausgestelltes Zeugnis, in dem das Ergebnis der Prüfung niedergelegt ist

beidseitiger Aufdruck: Druck des gleichen Aufdrucks auf Vorder- und Rückseite, entsteht infolge zweimaligen Durchlaufens des Druckbogens durch die Druckmaschine, wobei der Bogen beim 2. Durchlauf umgewendet sein muss

berührt: Bezeichnung für Erhaltungszustand geschnittener Marken, deren äußerer Rand des Markenbilds durch den Trennschnitt getroffen wurde (Wertminderung)

beschnitten: Bezeichnung einer Marke mit Zähnung, deren Perforation in betrügerischer Absicht geschnitten wurde

Bezirksstempelaufdrucke: Bezeichnung für die ersten Währungsreformprovisorien der ehem. SBZ; vorhandene Dauermarken wurden durch Schrägaufdruck von sog. Bezirksstempeln als umgewertet gekennzeichnet

Bildpostkarte: Postkarte mit eingedrucktem Wertstempel und mit auf der Vorderseite zugedrucktem Landschafts- oder Werbebild

Blinddruck: infolge drucktechnischer Mängel unbedruckt gebliebener Teil eines Druckbogens bzw. farbloser Druck

Blindprägung: farblose Prägung zur Erzielung einer reliefartigen Darstellung

Blindzähnung: Fehlperforation, bei der Zähnungslöcher nicht voll ausgestanzt sind

Bordstempel: Zusätzlicher Stempel an Bord von Luftschiffen oder Schiffen, der die Beförderungsart bestätigt, z. B. an Bord: LZ Hindenburg.

Botenpost: Postbeförderung durch Boten zu Fuß oder zu Pferd, später auch mit Fahrzeugen; erste Botenpost bereits 558-529 v.Chr in Persien

Briefpostautomation: Bezeichnung für die elektronisch gesteuerte Bearbeitung von Briefsendungen aller Art

Briefstück: Aus Briefumschlag oder Postkarte herausgeschnittenes Stück mit Frankatur und möglichst vollständigem Stempel.

Brustschild: Markenmusterbezeichnung für Dauerfreimarkenausgaben 1872 mit kleinem B und mit großem B in Deutschland

Bug: Leichter Knick in der Marke, der das Papier nicht beschädigt hat; oft durch Bügeln oder Pressen entfern bar.

Bund Deutscher Philatelisten, BDPh: Dachorganisation aller Philatelistenverbände in der BRD. Zahlreiche Jugendgruppen sind in der Deutschen Philatelisten-Jugend e.V. (DPhJ organisiert, die wiederum dem BDPh angehört.

Buntfrankatur: Mischfrankatur zwischen einfarbigen Marken verschiedener Wertstufen, vor allem der klassischen Perioden

Burgen und Schlösser: Kurzbezeichnung für Freimarkenausgaben der Deutschen Bundespost 1977/82


Cachet: Bezeichnung für postamtliche und private Bestätigungsstempel auf Flugpost- oder Schiffspostsendungen

CEPT-Marken: seit 1960 jährlich erschienene Omnibusserien der an der westeuropäischen Postkonferenz beteiligten Länder (EUROPA-Marken)

Chargé-Stempel: zur Kennzeichnung von Wert- bzw. eingeschriebenen Briefen bei der französischen Post und verschiedenen europäischen und deutschen Postverwaltungen

Christkindl-Stempel: Sonderstempel der österr. Gemeinde Christkindl mit weihnachtlichen Motiven

Codierstriche: aus Strichen oder Punkten zusammengesetzte, maschinell lesbare Adresszahl (Postleitzahl) des Bestimmungsortes, mittels fluoreszierender oder magnetisierbarer Farbe auf Briefsendungen angebracht

Correspondenz-Karte: offizielle Bezeichnung der Postkarte bei ihrer Einführung in Österreich 1869


D.O.R.: Abkürzung für Deutsche Ozean-Reederei im Poststempel auf Tauchbootbrief

Dauerausgabe: Meist in einfarbigem Druck herausgegebener Markensatz für Massenverbrauch und mit längerer Gültigkeitsdauer. Gegenteil: Sondermarken.

Depesche: veraltete Bezeichnung für Telegramm

Destination: Bestimmungsort, Endpunkt des Laufwegs einer Sendung

Dezemberbrief: Briefsendung vom Dezember 1923, die noch mit Freimarken der deutschen Hochinflation freigemacht ist, da Inflationsmarken erst mit dem 31.12.1923 außer Kurs gesetzet wurden

dezentriert: Bezeichnung für eine Marke mit ungleichen Abständen zwischen Markenbild und Markenrand. Entsteht durch falsches Einlegen des Bogens in die Perforiermaschine.

Dienstmarke: Nur für den Postverkehr zwischen staatlichen SteIlen gedruckte Marke. In der BRD gibt es keine Dienstmarken mehr.

Distributionsstempel: Poststempel der Stadtbriefträger im 19. und 20. Jahrhundert in verschiedenen Städten Württembergs

Druckereizeichen: Kurzzeichen, Symbol oder Name des den Druck ausführenden Betriebs, meist auf dem unteren Bogenrand

Drucksache: offene Briefsendung, deren Inhalt durch mechanische oder fotomechanische Vervielfältigung hergestellt worden ist

Druckstock: Teil der Druckform für den Hochdruck, Träger des einzelnen Markenbilds

Druckzufälligkeit: während des Druckvorgangs auftretender technischer Mangel

Dubletten: (doppelte) Marken, die der Sammler nicht für seine Sammlung braucht und zum Tauschen verwendet.

durch Ablösung bezahlt: Vermerk über Portoablösung der Deutschen Reichspost auf Sendungen des Demobilmachungsamtes 1918/20


echt gelaufen: Bezeichnung für Postsendungen, die tatsächlich befördert worden sind

Echtheitsvermerk: auf der Briefmarkenrückseite angebrachtes Prüfungszeichen, mit dem der Prüfer die Echtheit der betr. Marke bestätigt

Einlieferungsschein: besonderes Formblatt bzw. Teil einer Paketkarte, Zahlkarte oder Postanweisung, das dem Absender quittiert ausgehändigt wird.

Einheit: Mehrere zusammenhängende Exemplare der gleichen Marke, z. B. "Pärchen" (zwei Marken neben oder untereinander) oder" Viererblock" (zwei waagerechte Pärchen untereinander).

Einsetzen: Reparatur unansehnlicher oder zerstörter Teile des inneren Markenbildes durch Einkleben von „Ersatzteilen“ aus Substanz anderer Marken

Einzelfrankatur: Freimachung einer Postsendung mit einer Briefmarke der entsprechenden Wertstufe

Entwurf: zeichnerische Gestaltung der zu schaffenden Briefmarke in größerem Format als das entgültige Markenbild

Ergänzungswert: Postwertzeichen, das nach Herausgabe eines Satzes erscheint, aber noch zu diesem Satz gehört.

Erhaltung: erkennbarer äußerer Zustand einer Marke, eines Beleges o.ä.. Dabei muss ausgegangen werden a. vom üblichen Zustand der Marke, b. von Eigenarten und Qualität der zur Herstellung verwendeten Materialien, c. von die Erhaltungsqualität beeinflussenden Besonderheiten der Herstellung, d. von Alter, Einflüssen postalischer Gewohnheiten und Beförderung sowie Aufbewahrung

Erinnophilie: das Sammeln von Vignetten, Erinnerungsmarken

erste Wahl: Bezeichnung für Marken in fehlerfreier Erhaltung oder unerheblichen Erhaltungsmängel

Erstfalz: Klebefalz, der auf einer postfrischen Marke befestigt wird. Klebefalze auf ansonsten postfrischen Marken wirken heute wertmindernd.

Erstflugbrief: engl. First Flight Cover; Briefsendung, die bei einem Erstflug ordnungsgemäß befördert wurde und einen entspr. Sonderstempel oder Flugbestätigungsstempel aufweist

Ersttag: Beginn der Gültigkeitsdauer eines Postwertzeichens oder der Einsatzdauer eines Stempels

Ersttagsbrief (FDC): engl. First Day Cover; Sendung, die am ersten Tag der Gültigkeit der zur Frankatur verwendeten Bvriefmarke abgestempelt wurde.

Ersttagsstempel: Bezeichnung für jeden Stempel, mit denen Briefmarkenausgaben an ihrem Erscheinungstag abgestempelt werden. Heute werden oft besondere Stempel verwendet.

Essay: zu Versuchs-, Vorlage oder Auswahlzwecken hergestellter Druck von einem zur Ausgabe vorgesehenen Postwertzeichen.

Europa-Marken: siehe CEPT-Marken


fahrbares Postamt: posteigener Kraftwagen mit Inneneinrichtung, die Postannahme, ggf. auch Bearbeitung ermöglicht

fake: Prüfzeichen engl. Prüfer zur Kennzeichnung von Verfälschungen

FALSCH: Kennzeichnungsstempel der Prüfer auf der Rückseite von Fälschungen; Nachahmung

Falschstempel: a. in betrügerischer Absicht hergestellter Entwertungsstempel zur Falschabstempelung von Postwertzeichen, b. Bezeichnung für Abdrucke echter Poststempel, die nachweisbar zu betrügerischen Zwecken auf Marken nach ihrer Außerkurssetzung angebracht wurden.

Fälschung: auf Täuschung anderer gerichtete Anfertigung unechter oder Abwandlung echter Postwertzeichen, Teilen davon oder Verwendungsnachweisen

Falz gelöst: Bezeichnung für Erhaltungszustand einer ungebrauchten Marke, bei der der Klebefalz mittels feuchten Verfahrens ohne Papierrückstände gelöst wurde

Falzrest: durch Abreißen oder unvorsichtiges Ablösen eines Klebefalzes an der Briefmarkenrückseite haften bleibender Teil des Falzes

Farbfehldruck: Briefmarkendruck in einer anderen als der eigentlich vorgesehenen Farbe

Faserpapier: Papier, dem bei Mischung der Halbstoffe Seidenfadenflocken zugesetzt wurde

faux: Prüfzeichen von Prüfern französisch sprechender Länder zur Kennzeichnung einer Fälschung

FDC: siehe Ersttagsbrief

Federstrichentwertung: Postalische Entwertung einer Marke durch Tintenstriche. Bei klassischen Marken häufig wertmindernd.

Fehldruck: jeder fehlerhafte Druck, der auf während des Drucks eingetretene technische Mängel, Verwendung falschen Materials u.a. zurückzuführen ist

Feldpost: Postdienst, der in Kriegen und Manövern die Post von und zu den Soldaten befördert.

Feldpoststempel: Poststempel einer Feldpostdienststelle, erkennbar oft an entspr. Inschriften, auch stumme Stempel mit oder ohne Datum

Fenster: Dünne Stelle im Markenpapier, wird meist erst sichtbar, wenn man die Marke gegen Licht hält. Entsteht z. B. beim Abreißen des Falzes. Sehr wertmindernd.

Firmenlochung: Einlochung von Buchstaben oder Zeichen in Freimarken und Ganzsachen durch Postbenutzer, um unberechtigte Verwendung der Marken auszuschließen.

forwarded letter: Brief, der nicht unmittelbar vom Absender zum Empfänger sondern über einen Vermittler läuft; vor Einführung der Briefmarke übliches Verfahren namentlich bei Überseebriefen nach England

Franco: frei(gemacht), vielfach als handschriftlicher oder Stempelvermerk auf Altbriefen

Frei durch Ablösung Reich: Vermerk über Portoablösung auf Sendungen der ehemaligen deutschen Reichsbehörden (ab 1923)

Frei laut Avers: siehe Portoablösung

Freimarke: Markengattung zum Freimachen grundsätzlich aller Postsendungen, die dem Freimachungszwang unterliegen, und zur Quittierung von Gebühren- bzw. Entgeltzahlungen an die Post

Funknachrichtenkarte: besonderer Feldpostbeleg der deutschen Wehrmacht aus dem 2. Weltkrieg


Ganzsache: Briefumschlag, Kartenbrief, Postkarte oder anderes Postformblatt mit eingedrucktem Postwertzeichen. Das sowohl dem Muster einer kursierenden Dauerausgabe entsprechen als auch speziell für die betr. Ganzsache geschaffen worden sein kann.

Ganzstück: Karte oder Briefumschlag, Paketkarte, Postanweisung o.ä. mit aufgeklebter Frankatur oder Stempelvermerken

gebraucht: Zustand von Postwertzeichen nach ihrer Verwendung

Gefälligkeitsstempel: Nur für Sammlerzwecke abgestempelte Marke ohne Postbeförderung.

Gelber Hund: Flugmarke für die Flugpost am Rhein und Main 1912 mit Aufdruck

Gemeinschaftsausgabe: Postwertzeichenausgabe, die im Bereich mehrerer Postverwaltungen gültig ist

Gemischter Satz: Vollständiger Satz einer Ausgabe, der aus gestempelten und postfrischen Marken besteht. Wertmindernd.

geprüft: Qualitätsbezeichnung für ein von anerkanntem Prüfer hinsichtlich Echtheit und Qualität untersuchtes und mit Prüfzeichen versehenes Stück

Germania-Muster: bekanntes Dauerbriefmarkenmuster des kaiserlichen Deutschlands nach Bild der Schauspielerin Anna Führing; Verwendungszeit 1900-1922

Ghetto-Post: Binnenposteinrichtungen während des 2. Weltkrieges in Zwangsghettos, die von der deutschen Besatzungsmacht in okupierten Ländern für jüdische Bevölkerung eingerichtet wurden

glatter Gummi: Art der Gummierung von Briefmarkenpapier, bei der aufgetragener Klebstoff völlig glatte Oberfläche hat.

Grenzübergangsstempel: Stempel, mit dem Grenzpostämter bis etwa Ende des 19. Jht. Grenzüberschreitende Sendungen kennzeichneten

Gummierung: auf Papier, z.B. Briefmarken aufgebrachter, meist wasserlöslicher Klebstoff. Je nach Zusammensetzung der Rohstoffe kann der Gummi glatt, brüchig, körnig, farblos oder farbig, mitunter sehr zäh oder auch papierzerstörend sein.

Gummistempel: Werkzeug aus Gummi, auf der Stempelplatte mit Buchstaben, Figuren usw. versehen


handschriftliche Entwertung: postalische Entwertung von Postwertzeichen mit Tinte, Tintenstift, Farbstift

Handstempel: Gerät zur Herstellung manueller Abdrucke von Texten und Bildern, die in Stempelplatte eingeschnitten sind (z.B. Tagesstempel, Nebenstempel usw.)

Hausauftragsnummer: HAN, laufende Nummer des Druckauftrags in der früheren Reichsdruckerei, wurde ab 1902 auf dem Bogenrand angebracht

Heimkehrerpost: gebührenfreie Sendung, mit der aus Kriegsgefangenschaft Heimkehrende beim Eintreffen in Deutschland Nachricht über ihre Ankunft gaben; in allen Besatzungszonen 1948-1954 vorkommend

helle Stelle: durch gewaltsames, vor allem trockenes Ablösen der Marke vom Untergrund oder Abziehen eines Falzes verursachte Beschädigung der Markenrückseite

Hermesköpfe: bekanntes Dauerfreimarkenmuster Griechenlands zwischen 1861 und 1916

Hinterlegen: Reparatur einer beschädigten Marke (siehe Fenster) durch rückseitiges Aufkleben eines ähnlichen Papierstückes in entsprechender Größe.

Hufeisenstempel: Poststempel des 19. Jahrhunderts aus Lübeck, Preußen, NDP, Sachsen und Württemberg in Form eines Hufeisens


Industrie und Technik: Kurzbezeichnung für eine Freimarkenausgabe der Dt.Bundespost 1975-1982

Inflationsmarken: Sammelbezeichnung für alle Briefmarken, die in Zeiten raschen Währungsverfalls erscheinen und an extrem hohen Nennwerten zu erkennen sind, in Deutschland für die Jahre 1919-23

Inselpost: Aufdruck auf Feldpostmarken der Dt. Reichspost zur Umwandlung in regional geltende Feldpost-Zulassungsmarken, z.B. auf Kreta oder den Ägäischen Inseln

Internationale Antwortschein (IAS): Gebührenschein (Gutschein) im internationalen Postverkehr, der vom Empfänger gegen Freimarken im Wert eines einfachen Auslandsbriefes eingelöst werden konnte.

Interniertenpost: an Insassen von Interniertenlagern und von diesen an ihre Angehörigen gerichtete meist gebührenfreie Post


Jahresgabe: vom Bund Deutscher Philatelisten e.V. an seine Mitglieder zum Jahresende verteiltes philatelistisches Geschenk


Kabinettstück: Quälitätsbezeichnung für weit über dem Durchschnitt liegendes Stück

Kartenbrief: zusammenfaltbares Briefblatt aus Streifpapier mit gummierten Seitenrändern, Postgebühr wie beim Brief

Katalogpreis: Bewertung eines Postwertzeichens im Briefmarkenkatalog. Die meisten Kataloge enthalten sog. Bruttopreise, der theoretisch für alle aufgeführten Postwertzeichen im gleichen Verhältnis zum Nettowert (Handelswert) stehen sollte

Katastrophenpost: Postsachen, die aus verunglückten Postbeförderungsmitteln gerettet wurden und meist Beschädigungen aufweisen, zusätzlich handschriftliche oder Stempelvermerke

Kehrdruck: Markenpärchen neben oder untereinander, von dem eine Marke kopfstehend gedruckt ist.

Kiloware: von einer Postverwaltung nach Gewicht verkaufte gebrauchte Briefmarken, die sich fast ausschließlich auf Briefstück befinden.

Klassische Marken: phil. Bezeichnung, die im allgemeinen für den Markenzeitraum 1840 bis 1875 gilt, in dem nach und nach alle damals bestehenden Staaten Postwertzeichen herausbrachten

Klebefalz: rechteckige Papierblättchen aus dünnen, durchsichtigem, säurefrei gummiertem Pergaminpapier zum Anheften von Briefmarken an eine Unterlage

Kleinbogen: kleine Form des Schalterbogens, meist zu bestimmten Anlässen herausgegeben.

Klischeestempel: zur Bogenabstempelung im Buchdruck verwendete Stempelform

Knochen: Sammlerausdruck für stark beschädigte, nicht mehr sammelwürdige Marke.

Kolonialausgaben: Postwertzeichenausgaben einer Kolonialmacht für mehrere ihrer Kolonialgebiete in einheitlichem Muster

komplett: vollständig, vollzählig, lückenloses Vorhandensein aller Werte eines Satzes oder aller Briefmarken eines Sammelgebietes

Kontrollratsausgaben: Einheitsausgaben, Gemeinschaftsausgaben: off. Bezeichnung für Dauerfreimarken, die laut Kontrollratsbeschluss ab Februar 1946 für alle damaligen Besatzungszonen Deutschlands gültig sein sollten

Konzentrationslagerpost: (KZ-Post) an Häftlinge in Konzentrationslagern und von diesen an ihre Angehörigen gerichtete Post

kopfstehend: phil. Bezeichnung für Elemente eines Postwertzeichens oder Stempels, die um 180° gedreht vorkommen

Kriegsgefangenenpost: an Insassen von Kriegsgefangenenlagern und von diesen an ihre Angehörigen gerichtete Post; wird auch im grenzüberschreitenden Verkehr gebührenfrei befördert.

Kurierpost: Einrichtung zur Entgegennahme und Beförderung von Post durch Kuriere


Lagerpost: Bezeichnung für Posteinrichtungen in Kriegsgefangenen- oder Zivilarbeiter-Lagern mit z.T. eigenen Marken, die jedoch meist spekulativen Charakter hatten

Ländersammlung: Briefmarkensammlung, die sich auf Briefmarken eines Markenlandes bezieht; Beschränkung beim Sammeln auf einzelne Länder oder Ländergruppen

Landpostdienst: Einrichtung der Post zur Versorgung der Landbevölkerung mit postalischen Leistungen, dazu gehören Poststellen, Briefzustellanlagen, Paketzustellanlagen usw.

Leerfeld: unbedrucktes Feld eines Markenbogens, entstand ursprünglich durch Abrundung der Markenanzahl oder Wertsumme des Bogens. Leerfelder, die 2 Marken verbinden, werden als Zwischensteg bezeichnet

Leitpostamt: Postamt, dem postdienstlich ein bestimmter Leitbereich zugeordnet ist

Lokalausgabe: Postwertzeichen, die innerhalb eines Posthoheitsgebietes örtlich veranlasst oder ausgegeben werden.

Lokalpost: Postwertzeichen mit regional begrenzter Gültigkeit.

Lot: Größere Menge verschiedener Marken, die zusammen zum Verkauf angeboten werden.

Luftfeldpostmarke: Gruppe der Markengattung Feldpostmarken für durch Luftpost zu befördernde Feldpostsendungen während des 2. Weltkrieges

Luftpost: Flugpost; Beförderung von Postsendungen mit Luftfahrzeugen. Die Abwicklung des internationalen Luftverkehrs obliegt hauptsächlich Auswechslungspostämtern. Luftpostsendungen sind meist durch den Vermerk/Klebezettel „Mit Luftpost/Par Avion“ zu kennzeichnen

Luftpostmarke: Markengattung zur Freimachung von Luftpostsendungen

Luftpoststempel: Poststempel, ausschließlich zur Entwertungsabstempelung der Frankatur auf Lustpostsendungen verwendet.

Luxusstück: Qualitätsbezeichnung für ein Stück, das alle Vorzüge der Erhaltung und des Aussehens bezüglich Farbe, Schnitt in sich vereint, also Kabinettstücke noch sichtbar übertrifft


Makulatur: Druckabfall und Druckausschuss beim Druck von Briefmarken

Marinepostbüro: von der preußischen Post am 15.11.1867 eingerichtete Postdienststelle zum regelmäßigen Postaustausch mit den auf hoher See und im Ausland befindlichen Kriegsschiffen

Marineschiffspost: spezielle Schiffspost der Seestreitkräfte verschiedener Länder, in Deutschland ab 1886

Markenheftchen: Zusammenstellung mehrerer zusammengedruckter Marken gleicher oder verschiedener Wertstufen im Pappumschlag.

Markenheftchenblatt: aus Markenheftchenbogen stammendes Blatt mit meist 2-10 Markenfeldern

Markenheftchenbogen: Druckbogen oder Teilbogen, aus dem die einzelnen Markenheftchenblätter herausgetrennt werden

Maschinenstempel: Stempelabdruck einer Stempelmaschine, die das sehr arbeitsaufwändige Abstempeln von Postsendungen beschleunigt

Massenware: Briefmarken, die in einer, den durchschnittlichen Sammlerbedarf um ein vielfaches übersteigende Menge vorhanden sind

Matrize: von Satz oder Druckstock abgenommene Prägung in Pappe, Plastik oder Wachs, die zur Herstellung einer Druckform ausgegossen wird.

Maximaphilie: Sammeln von Maximumkarten; seit dem 2. Weltkrieg verstärkt aufgekommene Sonderart des Briefmarkensammelns

Maximumkarte: Ansichtspostkarte, deren auf der Bildseite aufgeklebte, entwertete Marke das gleiche oder ein zur Karte passendes Bild zeigt.

Messeblock: Sonderblock mit Zuschlag von Westsachsen mit Wiedergabe der Freimarkensonderausgabe 1. Leipziger Friedensmesse 1946

Mi.Nr.: Abkürzung für Michel-Katalognummer

Michel-Katalog: bekannter Briefmarkenkatalog; Weltkatalog der aus mehreren Teilen besteht. Das Verlagsprogramm umfasst außer dem Standard-Weltkatalog (14 Bände), Spezialkataloge verschiedener Länder und Sammelgebiete. Ferner Ganzsachenkataloge, Abartenführer, Farbenführer usw.

Ministerblock: Probedruck in besonderer Ausführung auf hochwertigen Papier (für hochstehende Persönlichkeiten)

Mischfrankatur: (MiF) Freimachung einer Postsendung mit mehreren Postwertzeichen verschiedener Wertstufen, Ausgaben und/oder Arten

Mitläufer: Postwertzeichen, das während einer Übergangsperiode noch neben den neuerscheinenden Postwertzeichen einer anderen Postverwaltung auf dem betr.Territorium weiterverwendet werden darf

Motivphilatelie: internat. gebräuchl. Begriff als zusammenfassende Bezeichnung für jene Arten des Sammelns, deren Ordnungsprinzipien von der Aussage der Briefmarke und anderer postalischer Dokumente bestimmt sind

Mühlradstempel: Poststempel in mühlradähnlicher Form; 1850/69 in Bayern als Nummernstempel verwendet

Mulready-Umschlag: zugleich mit den ersten Marken der Welt am 6.5.1840 in Großbritannien herausgegebene Ganzsachen (Faltbriefe und Umschläge) zu 1 und 2 d mit allegor. Zeichnung

Muster: Kennzeichnungsaufdruck auf Briefmarken, die Muster- und Vorlagezwecken dienen sollen


Nachdruck: von einer Postverwaltung veranlasster erneuter Druck eines Postwertzeichens von umgearbeiteter, veränderter oder ergänzter Original-Druckform

Nachträglich entwertet: Inschrift im unteren Kreissegment spezieller Poststempel, mit denen beim Bestimmungspostamt solche Postwertzeichen nachträglich abgestempelt werden, die ohne Abdruck eines Tagesstempels geblieben sind

Nachverwendeter Stempel: Bezeichnung für Poststempel, der von ehem. Selbstständiger Postverwaltung stammt und nach deren Auflösung auch unter der neuen Postverwaltung weiterverwendet wird

Nebenstempel: Poststempel, der im allgemeinen nicht zur Entwertung der Frankatur dient, dessen Abdruck auf der Postsendung jedoch vorgeschrieben ist

Nennwert: Nominale/Nominalwert; auf Postwertzeichen angegebener, beim Erwerb am Postschalter zu zahlender Kaufpreis

Neudruck: 1. von einer Postverwaltung veranlasster erneuter Druck eines Postwertzeichens von unveränderter Druckform, nachdem Druck gleichartiger Postwertzeichen zum Zweck postalischer Verwendung bereits endgültig eingestellt ist; 2. nicht von oder im Auftrag einer Postverwaltung hergestellte Neudrucke sind private Neudrucke. Gestempelte private Neudrucke sind demnach alle falsch!

Norddeutscher Postbezirk: Gebiet der einheitlichen Postverwaltung der seit 1867 im Norddeutschen Bund zusammengeschlossenen deutschen Staaten; Abk. NDP

Notausgabe: infolge plötzlichen Postwertzeichenmangels erforderlich werdende, meist regional oder lokal veranlasste Herstellung behelfsmäßiger Briefmarken oder Ganzsachen, die zur Aufrechterhaltung eines geordneten Postbetriebs benötigt werden

Nothilfemarken: Bezeichnung der Sonderfreimarken der Dt.Reichspost in den Jahren 1924 mit Zuschlag zugunsten der Deutschen Nothilfe

Notopfer Berlin: Zwangszuschlagsmarke in der BRD 1948-56 für alle Inlandsbriefe; Erlös wurde für Subventionierung von West-Berlin verwendet

Novemberbrief: Briefsendung, die in Deutschland zwischen dem 26. und 30. November 1923 aufgegeben wurde und praktisch zu einem Viertel der gültigen Gebührensätze freigemacht ist.

Numisbrief: philat. Beleg, der als Ersttagsbrief für Postwertzeichen herausgegeben wird und gleichzeitig eine motivmäßig zur Marke passende münze in einem Klarsichtfenster enthält

Nummernstempel: Sammelbezeichnung für alle Poststempel, in denen die Bezeichnung des Postamtes durch laufende Nummern anstelle des Ortsnamens wiedergegeben ist


Ochsenaugen: Bezeichnung für die erste Freimarkenausgabe Brasiliens 1843 mit Abbildung große Wertziffer inliegendem Einrund

ohne Gummi: (oG) Bezeichnung für den Erhaltungszustand einer ungebrauchten Marke, bei der keine Originalgummierung vorhanden ist; kann eine erhebliche Wertminderung darstellen

o.O. / ohne Obligo: ohne Gewähr; Anbieter übernimmt keine Gewähr für die Unversehrtheit und für die Echtheit des angebotenen Stückes

OPD-Ausgaben: Postwertzeichenausgabe der mit dem Wiederaufbau des Postwesens in der damaligen SBZ 1945/46 beauftragten Oberpostdirektion

Originalgummi(erung): der ursprünglich auf das Briefmarkenpapier aufgetragene und noch vollständig erhaltene Klebstoff

Ozeanbrief: Telegramm-Brief-Kombination, an Bord eines auf hoher See befindlichen Schiffes aufgegebener Funkspruch wird dabei von einem anderen, in Richtung des Bestimmungslandes fahrenden Schiff aufgenommen und per Briefpost zugestellt


Packkammerstempel: Bezeichnung für preußische Poststempel des 19 Jht., die ausschl. in der Packkammer eines Postamtes verwendet wurden, auf Paketbegleitadresse bzw. –brief als Paketausgabestempel

Paket: Postsendung, die infolge ihrer Beschaffenheit nicht mehr als Brief oder Päckchen verschickt werden kann und die mit der Fahrpost befördert werden muss

Paketkarte: (Pktk) Formblatt zur Einlieferung und Beförderung von Paketen

Paquebotstempel: in größeren Hafenstädten verschiedener Länder verwendeter Poststempel, mit dem Briefpost einlaufender Schiffe ohne eigene Schiffspost versehen wurde

par avion: (franz. durch Flugzeug) im Weltpostverkehr vorgeschriebener Vermerk auf Luftpostsendungen und Klebezetteln

par ballon monté: (franz. durch bemannten Ballon) Handstempel-Aufdruck oder handschriftl. Vermerk auf Postsendungen, die z.Z. der Belagerung von Paris durch preuß.-dt. Truppen während des dt.-franz. Krieges 1870/71 durch Ballonpost aus Paris hinausbefördert wurden

Penny black: internat. übliche Bezeichnung für die erste Briefmarke Großbritanniens, die schwarze Ein-Penny-Marke von 1840

Phasendruck: bei der Herstellung mehrfarbiger Postwertzeichen das nach dem Drucken einer Farbe entstehende Produkt. Stellen unfertige, der Produktion vorab entnommene Drucke dar (Makulatur)

Phosphorstreifen: Phosphorhaltiger, fast unsichtbarer Aufdruck auf Marken; dient der maschinellen Sortierung von Briefsendungen für die Stempelmaschinen.

Pisa-Provisorium: seltene Barfreimachung auf dem dt. Truppentransporter „Pisa“ infolge Aufbrauchs der an Bord befindlichen 5 Pf. Freimarken 1902

Plattenfehler: bereits vor Druckbeginn auf 1 oder mehreren Druckstöcken einer Druckform befindlicher Fehler

Polarpost: Sammelbezeichnung für besondere Postbeförderung von Antarktis- und Nordpolarexpeditionen einschl. der driftenden Forschungsstationen

Portoablösung: von der dt. Reichspost 1869/70 mit Abschaffung eines Großteils früherer Portofreiheiten eingeführtes Verfahren, nach dem Behörden und andere staatl. Institutionen mit der Postverwaltung Pauschalabrechnung ihre Postgebühren vertraglich vereinbaren konnten (Vermerke „Frei lt. Avers“, „Frei lt. Ablösung“ u.a.)

Portofreiheit: bei verschiedenen Postverwaltungen den regierenden Fürstenhäusern, staatl. und anderen Institutionen eingeräumte Vergünstigung, ihre Korrespondenz gebührenfrei versenden zu können.

Portomarke: Markengattung zur Verrechnung der vom Postempfänger einzuhebenden Postgebühr (z.B. Nachgebühren)

Postablage: kleine ehrenamtlich betreute Postdienststellen 18./20.Jht

poste restante: (franz. zurückbleibende Post) internat. Bezeichnung und Kennzeichnung für postlagernd

postfrisch: Bezeichnung für Erhaltungszustand einer Marke, die vollständig erhaltene Originalgummierung ohne irgendwelche Beeinträchtigungen durch Klebefalz o.ä., auch keine matten oder raue Stellen aufweist

Postkarte: offene Postsendung ohne Umschlag in rechteckiger Form aus Steifpapier

Postkrieg: Bezeichnung für Streitigkeiten zwischen Postverwaltungen, die meist Verweigerung der Annahme oder/und des Durchgangs der Sendungen anderer Postverwaltungen zur Folge haben.

Postsache: Postsendung, die von Postdienststellen im gegenseitigen Verkehr oder auch in postdienstlichen Angelegenheiten an Postbenutzer gesandt und gebührenfrei befördert wird

Postscheckbrief: an Postscheckamt gerichteter Brief des Zahlungsverkehrs, im allgemeinen gebühren- und entgeltfrei

Postvertriebsstück: Presseerzeugnis, das von der Post übernommen und befördert wird

Postwertzeichen: von einer Postverwaltung oder staatlicher Behörde herausgegebenes Wertzeichen zum Freimachen von Postsendungen und zur postalischen Gebührenverrechnung

Prachtstück: Qualitätsbezeichnung für fehlerfreies, sauberes Stück, das in Schnitt, Farbe, Zentrierung einwandfrei erhalten ist und insgesamt über dem Durchschnitt liegt

Prägedruck: Druck von tiefgravierenden Platten, wodurch ein reliefartiges Erzeugnis entsteht

Privatpost: (Privatbeförderungsanstalt) privater Gewerbebetrieb, der sich mit Annahme, Beförderung und Zustellung von Postsendungen befasst.

Privatpostmarke: Wertzeichen von Privatbeförderungsanstalt

Probedruck: für Auftraggeber hergestellter Druck in Zeichnung und Art der postalisch vorgesehenen Marke, an Hand dessen geprüft wird, ob sich Druckverfahren, Farbe und Papier für den beabsichtigten Zweck eignen

Pro-Juventute-Ausgabe: alljährliche Sonderfreimarkenausgabe der Schweiz mit Zuschlag zugunsten der Stiftung „Pro Juventute“

Provisorium: in der Philatelie gebräuchliche Bezeichnung für Aushilfsmarke u.ä. postalische Notmaßnahmen

Prüfer: durch philat. Organisation berufener Philatelist, der aufgrund eingehender Spezialkenntnisse bestimmter Sammelgebiete befähigt und befugt ist, Postwertzeichen hinsichtlich Echtheit und Erhaltung zu untersuchen und durch Aufbringen seines Prüfzeichens zu kennzeichnen.

Prüfzeichen: auf der Rückseite der Marke anzubringender Abdruck des Namensstempels eines anerkannten Prüfers. Die Stellung des Prüfzeichens sagt aus über Echtheit der Marke


QSL-Karte: Postkarte, mit der durch Amateurfunker eine zustande gekommene Funkverbindung bestätigt wird. Beförderung ggf. zu ermäßigter Gebühr


Raketenpost: Beförderung von Briefen durch Raketen, bisher jedoch meist zu Versuchs- und Propagandazwecken.

Ramsch: philat. Bezeichnung für Briefmarken in schlechter Erhaltung, die nicht mehr sammelwürdig sind, siehe auch Massenware

Randstück: Marke aus einer der äußersten waagerechten oder senkrechten Reihen des Schalterbogens mit anhängendem Bogenrandteil

Rayon: u.a. Bezeichnung für Gebietsstreifen, die Postgebührenzonen gleichkamen und in die nach der 1801 zwischen Frankreich und dem Fürsten von Thurn und Taxis abgeschlossenen Postkonvention Frankreich und die deutschen Gebiete bis zur Elbe eingeteilt waren.

recommandiert: früher verbreitete Bezeichnung für eingeschrieben, Einschreibsendung

Registered: (engl. Eingeschrieben) Gattungsinschrift von Einschreibemarken und Kennzeichnung besonders zu behandelnder Sendungen in englischsprechenden Ländern

Reparatur: Ausbesserung beschädigter Marken. Reparaturen sind kennzeichnungspflichtig und heben die eigentliche Wertminderung der Marke nicht auf.

Retusche: Ausbesserung oder Nachgravierung von Druckplatten oder Einzelklischees

Rohrpost: Beförderung von Postgut über kürzere Entfernungen in Röhren. Die kapselförmigen Postbehälter werden mit Pressluft durch die Röhre geschossen.

Rollenmarke: Zum Verkauf in Markenautomaten gedruckte Marken. Rollenmarken haben meist eine andere Zähnung.

RR: Philatelistischer Ausdruck für "rar, selten"; RRR = äußerst selten.

R-Zettel: Kurzbezeichnung für Einschreibzettel (Klebezettel)


Sachsen-Dreier: Bezeichnung für die erste Freimarke des damaligen Königreichs Sachsen 1850

sächsische Schwärzungen: Bezeichnung für, vor allem in Orten des Landes Sachsen, 1945 ausgeführte Unkenntlichmachung des Kopfbild Hitlers auf Freimarken und Postkarten der Dt. Reichspost auf den unmittelbar nach der Befreiung vom Nationalsozialismus im Einverständnis mit Dienststellen der Sowjet. Militäradministration in der damaligen SBZ aushilfsweise verwendeten früheren Postwertzeichenbeständen

sammelwürdig: Werturteil, das festlegen soll, ob philat. Objekte (postalischen Ursprungs) in eine Sammlung aufgenommen werden können oder nicht

Sammlerbrief: Brief, den ein Sammler frankiert und (oft an sich selbst) absendet, um in den Besitz bestimmter gestempelter Marken zu kommen. Die Bezeichnung gilt aber auch für Massenproduktionen, die Händler für Sammler in gleicher Form fertigen.

Satz: Serie, vollständige Ausgabe zusammengehöriger Briefmarken, meist versch. Wertstufen, die aus gleichem Anlass oder zum gleichen Zweck ausgegeben werden

Schalterbogen: Teil eines Druckbogens in für den Postschalterdienst vorgesehener Form

Schätzpreis: im Auktionswesen vom Auktionator angesetzter Preis für das einzelne Los, der als Ausgangspunkt für Abgabe von Geboten dienen soll, oft gleichzeitig Mindestpreis

Schiffpost: 1. regelmäßige Postbeförderung mit Schiffen im Linienverkehr; 2. Postdienststelle an Bord eines Schiffes, die Postsendungen annimmt und andere postalischen Aufgaben durchführt

Schiffspoststempel: postalische Bezeichnung für die an Bord von Schiffen mit Schiffspostamt verwendeten Poststempel

Schiffsstempel: an Bord von Schiffen verwendeter nichtpostalischer Stempel, der dem Absendervermerk entspricht und gelegentlich auch auf Postwertzeichen vorkommt.

Schleuderflugpost, Katapultpost: besondere Art der Beförderung von Post 1929/35 in Verbindung mit Schiffsbeförderung zur Beschleunigung der Transatlantikpost. Die postführenden großen Ozeanschiffe verfügten über eine Katapultstartvorrichtung, mit deren Hilfe Bordflugzeuge mit Schleuderflugpost bis zu 1.600 km vor dem Zielhafen im voraus abgeschleudert wurden

Schmitzdruck: scheinbarer Doppeldruck, entsteht durch schlechte Zurichtung, so dass die Abwicklung der Druckzylinder-Druckform ungenau erfolgt

Schnörkelbrief: philat. Bezeichnung für Altbrief im kalligraphisch gestalteter, mit Schnörkeln verzierter Anschrift

Schwarzer Einser: internat. Übliche Bezeichnung für die erste deutsche Briefmarke, die schwarze Ein-Kreuzer-Freimarke 1849 von Bayern

Schwindelausgaben: postwertzeichenähnliche private Spekulationserzeugnisse (Phantasiemarken und Ganzsachen)

Seepost: 1. Postbeförderung auf Schiffen mit Bordpostämtern, die unterwegs Post umarbeiten und diese dem Postamt im Bestimmungshafen bereits sortiert übergeben; 2. mit Seepost beförderte Sendungen, die an entsprechenden Seepoststempeln kenntlich sind

Seepoststempel: Poststempel der Seepostämter, können in ihrer Form von den üblichen Tagesstempeln abweichen

Selbstbedienungspostamt (SbPA): durch Aufstellung von Automaten für Selbstbedienung eingerichtetes Postamt, das dem Publikum ggf. auch außerhalb der üblichen Schalterstunden zugänglich ist (z.B. in der DDR von 1964-1990)

Seuchenbrief: Brief, der zur vermeintlichen Verringerung der Ansteckungsgefahr bei Seuchen desinfiziert und auf dem dies durch Stempel- oder Brandeisenabdruck bestätigt wurde

Sonderausgabe: Bezeichnung für Briefmarkenausgabe aus bes. Anlass, erscheinen als Sondermarken, Sonderblocks und Sonderganzsachen

Sonderganzsache: zu besonderem Anlass herausgegebene Ganzsache mit Text oder/und Zeichnung, die auf den Anlass hinweisen, oft auch mit besonderem Wertstempel oder Wertstempel einer Sondermarke

Sondermarke: siehe Sonderausgabe

Sonderpostamt (SPA): zu besonderem Anlass eingerichtete Postdienststelle mit zeitlich beschränkter Tätigkeitsdauer; führt meist einen Sonderstempel

Sonderpostbeförderung: Postbeförderung aus besonderem Anlass oder/und mit besonderer Beförderungsgelegenheit, oft mit postalischem Jubiläum oder philat. Ereignis

Sonderstempel: Poststempel mit Text- oder/und Bildhinweis auf bestimmten Anlass

Sonderumschlag: Briefumschlag mit aussagefähigem Bild- oder/und Texteindruck

Spargummi: Art der Gummierung, bei der Klebstoff mit Hilfe einer Schablone kreisförmig ausgespart auf die Papierfläche aufgetragen wird

Specimen: (latein. Probestück, Muster) Kennzeichnungsaufdruck oder –stempel auf der Vorder- oder Rückseite von Marken, die Muster- oder Vorlagezwecken dienen sollen

Stecherzeichen: Angabe des Stechernamens auf dem Markenrand oder mit kleinem Anfangsbuchstaben im Markenbild verborgen.

Stempelfälschung: Postwertzeichen, das mit echtem, nachträglich angebrachten, ggf. auch rückdatierten Poststempel oder unechten, meist einem Poststempel nachgeahmten Stempel entwertet worden ist

Stempelmarke: Wertzeichen zur Erhebung nichtpostalischer Gebühren, engl. Revenues

Stempelverfälschung: Veränderung eines echten Stempelabdrucks durch Nachmalen oder Übermalen

Stockfleck: meist geränderte Vergilbung oder Braunfleckigkeit des Briefmarkenpapiers, überwiegend durch klimatische Einflüsse oder unsachgemäße Lagerung (Bakterienbefall) bedingt

Streifband: robustes Papierband zum Umhüllen einer Postsendung, bevorzugt zum Versenden von Zeitungen

stummer Stempel: Entwertungsstempel ohne Orts- und Datumsangabe. Wurde vor allem in der Frühzeit der Marken verwendet.


Tab: philatel. Bezeichnung für Anhängsel, das gleichzeitig den Bogenrand bildet, bisher vor allem üblich für Ausgaben Israels

Tagespreis: in Preislisten statt Angabe des Verkaufspreises Vermerk bei solchen Stücken, die nicht oder kaum am Lager sind

Tagesstempel: Stempel der Post, um Aufgabe- und Ankunftszeiten anzugeben, Postwertzeichen zu entwerten und Bescheinigungen zu bestätigen

Tauchbootbrief: mit dem Handels-U-Boot „Deutschland“ nach den USA beförderte bzw. zur Beförderung (mit der „Deutschland“ oder der „Bremen“) vorgesehene Briefsendung.

Taxe, Taxa: Gattungsinschrift der Portomarken vieler Länder

Taxe perçue, Taxe payée: Inschrift von „Gebühr bezahlt“-Stempeln und -Zetteln

Thurn und Taxis: einziges, über mehrere Länder reichendes Postunternehmen in feudalem Privatbesitz, geschaffen im 16. Jht. Durch Verleihung staatlicher Privilegien an Angehörige der Familie von Taxis

Tunis-Päckchenmarke: besondere Feldpostpäckchen-Zulassungsmarke der Dt. Reichspost März/April 1943 für die in Nordafrika stationierten Truppen der dt. Wehrmacht


Überdruck: nach dem eigentlichen Markendruck angebrachter, über den gesamten Bogen reichender, meist zarter Farbdruck

unfrei: postalische Bezeichnung für nicht freigemacht, mit Porto oder Nachgebühr zu belegen

ungebraucht: Zustandsbezeichnung für eine Marke, die ihrem Zweck noch nicht gedient hat. Unterschied zu postfrisch besteht darin, dass Originalgummierung durch Klebefalz oder aus anderen Gründen qualitativ beeinträchtigt ist

ungezähnt: Bezeichnung für Marke, die während des Perforierens versehentlich ohne Zähnung geblieben ist. Regulär ohne Perforation verausgabte Marken werden als geschnitten bezeichnet

ungummiert: Bezeichnung für Zustand einer Marke, bei deren Herstellung nicht gummiertes Briefmarkenpapier verwendet wurde. Marken, die die Originalgummierung eingebüßt haben, werden als Marken „ohne Gummi“ bezeichnet.

Unterseeboot-Post: Postbeförderung durch U-Boote, um in Kriegszeiten Blockaden zu durchbrechen.


Verfälschung: siehe Fälschung

Verfärbung: nachträgliche Veränderung von Farben durch Einfluss von Licht (Ausbleichen) bzw. Sauerstoff oder Behandlung mit chemischen Mitteln

verschnitten: Bezeichnung für Erhaltungszustand geschnittener Marken, die von normaler Stellung nach rechts oder links, oben oder unten abweichend vorkommen

Verschönerung: kleinere korrigierende Handlung an Briefmarken zur Verbesserung des Allgemeineindrucks der betr.Marke und Beseitigung geringer Erhaltungsfehler

Vignette: Werbemarke ohne Frankaturkraft; Briefverschlussetikette in briefmarkenähnlicher Form

Vineta-Provisorium: Aushilfsmarke durch senkrechte Halbierung der 5-Pf-Freimarke der Dt. Reichspost im Germania-Muster mit violettem Handstempelaufdruck „3 PF“ versehen; entstanden aus Mangel an 3 Pf-Marken 1901 auf dem dt. Kreuzer „Vineta“

vollrandig: Geschnittene Marke, deren Schnittlinien nirgends den Rand des Markenbildes berühren. Bedeutet meist Werterhöhung der Marke.

Vorläufer: Postwertzeichen, die in einem Gebiet (z. B. deutsche Kolonien) verwendet werden durften, bis es dort eine eigene Post gab.

Vorphilatelie: Philatelistischer Ausdruck für die Zeit vor Erscheinen der ersten Briefmarken, also vor 1840, auch" Vormarkenzeit" genannt.

V-Zettel: Kürzform für Klebezettel für Wertsendungen (V=valeur, franz. Wert)


Wasserzeichen: durchscheinendes Herkunfts-, Sorten- und Sicherungszeichen im Papier z.B. von Briefmarken als Sicherung gegen Fälschung

Wellenstempel: Entwertungsstempel in Form mehrerer übereinanderliegender Wellenlinien, vor allem bei Briefstempelmaschinen üblich. Bei Sammlern sehr unbeliebt.

Werbestempel: Tagesstempel mit besonderen werbenden Texten und/oder bildlichen Darstellungen, vorkommend als Hand- und als Maschinenstempel


Zahn angesetzt: Reparatur von Marken (Ersetzen eines fehlenden Zahnes) durch Anfasern eines fremden Zahn oder Ausfüllen der fehlenden Zähnung und Nachschneiden der Zahnkontur (Wertminderung)

Zahnmängel: Qualitätsmängel an der Perforation gezähnter oder durchstochener Marken, z.B. leichtes Fehlen, Risse o.ä

Zähnung: heute gebräuchlichste Trennungsart für Briefmarken, die durch Zähnungsmaschinen angebracht wird. Perforation wird von Hohlnadeln eingestanzt

Zähnungsschlüssel: Karton- oder glasklarer Foliestreifen, auf dem übliche Zähnungsgrade zwischen Zähnung 7 und 17 aufgedruckt sind

Zehnfachfrankatur: Bezeichnung für Frankatur, die nach einer Währungsreform mit Postwertzeichen alter Währung zulässig ist, wobei alter Nennwert nur Teilnennwert der neuen Währung (10:1) darstellt.

Zensurpost: philat. Sammelbezeichnung für alle Postsendungen, die aus meist politischen oder militärischen Gründen zensiert und auf die Unbedenklichkeit des schriftlichen Inhalts und eventueller Beilagen überprüft werden und irgendwelche Zensurvermerke aufweisen

Zensurstempel: Zusatzstempel auf Postsendungen, deren Inhalt durch staatliche oder militärische Postzensurstellen kontrolliert worden ist

Zentraler Kurierdienst (ZKD): zur Sicherung des Postverkehrs an und von zentralen staatlichen Organen, Dienststellen und Institutionen in Berlin unter Benutzung postalischer Einrichtungen am 10.10.1955 eingeführter Postdienst als Einrichtung des Ministeriums des Inneren der DDR

Zeppelinpost: Postbeförderung mit Luftschiff bzw. mit Zeppelin beförderte Sendungen

Zusammendruck: Zusammenhängende Marken verschiedener Motive oder verschiedener Wertaufdrucke.

Zuschlagsmarke: umgangssprachliche Kurform für Marke mit Zuschlag

zweite Wahl: Bezeichnung für Marken mit geringen Mängeln.

Zweitfalz: Bei ungebrauchten Marken auf Falzspur des Erstfalzes angebrachter weiterer Falz. Erhebliche Wertminderung.

aus: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie, PhilCreativ Verlag, Schwalmtal, o.J., ISBN 3-932198-36-0